Als die Zimtschnecken grün vor Neid wurden

 

Warum sind die Zimtschnecken grün vor Neid? Weil sie Menschen mit einem Doppelberuf, in dem Falle: Lobbysprecher und Humoristen, gerne mögen, während eine Zimtschnecke eben nur eine Zimtschnecke ist. Aber eigentlich sind sie das nicht. Warum, weiss der liebe Minister. Ein lustiger Geselle ist der Politiker namens Christian, der wie überall in Europa, eine übersichtliche Ernährungsampel übernehmen soll. Diese Ampel enthält alle Inhaltsstoffe und wie gut oder schlecht sie sind und ob das jeweilige Lebensmittel insgesamt .

 

Der Verbraucher hat einen guten Überblick und schwupps ist allen geholfen. Aber der Minister ist nicht durchsetzungsfähig und er liebt ein stressfreies Leben. Vielleicht kriegt er auch Geld dafür. Man weiss es nicht. Da der Minister von Ernährung faselt und irgendwas mit den Inhaltsstoffen machen muss, hat er sich was Lustiges ausgedacht. Er möchte jetzt falsche von echten Lebensmitteln unterscheiden. Er will Lebensmittel umbenennen, die sich in Jahrzehnten entweder durch patentrechtliche Einträge oder in der Umgangssprache verfestigt haben. Also will der Lustikus hier was ändern? Weil in Katzenzungen weder Katze noch Zunge enthalten sind? Will er aus dem Wort Fleischsalat das Fleisch eliminieren, weil Fleisch ja nicht pflanzlich sein kann? Sind es die Bärentatzen, die man keinem Bären abschneiden muss, um sie zu geniessen?

Geht es um die Zimtschnecke, weil sie nicht zu der Familie der Schnecken gehört? Möchte er die Alkoholspezialität Sau verbieten, weil dort weder eine Sau, noch Bestandteile eben dieser im Lakritzschnaps befinden? Hat er Bedenken gegenüber Fleischtomaten, die ja keinerlei tierischen Proteine aufweisen? Äh nee, dass will der liebe Agrarminister nicht. Nein?

Ja welche Speisen will der Minister ändern? Der Herr Minister Christian Schmidt macht sich Sorgen, dass Menschen Produkte essen, die nach Fleischprodukten benannt sind, aber gar kein Fleisch enthalten. Er möchte eine Verbrauchertäuschung verhindern, Produkte falsch zu deklarieren. Das muss man loben, dass ein Minister gegen Verbrauchertäuschung ist. Er möchte, dass Produkte aus Weizenproteinen, Soja, Lupinen, Algen, Pilzen sich nicht mehr Würste, Schnitzel, Frikadellen, Fleischwurst, Bratlinge, Nuggets nennen dürfen.

Aber woher bezieht der Minister seine Erfahrung, dass der Verbraucher getäuscht wird? Ist er Koch, Lebensmittelchemiker, Beikoch, Bauer, Agrarwirt? Der Minister für Ernährung ist vom Hauptberuf Anwalt und da er in der Politik sehr umtriebig ist, war er von 2005 bis 2013 parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium der Verteidigung. Also der Minister ist von Beruf Rechtsanwalt und Politiker. Sind neuerdings alle Rechtsanwälte Spezialisten in Sachen Ernährung? Oder legitimiert es einen zum Ernährungsspezialisten, wenn man Staatssekretär beim Bundesministerium der Verteidigung ist, ist man dann fachkompetent in Sachen Ernährung? Das muss man ja wissen, dass Titel einen zum Spezialisten machen oder?

Ist dann eine Hausfrau, weil das Wort Haus im Namen vorkommt, auch eine Architektin oder eher ein Maurer? Herr Minister, wenn sie sich so Sorgen machen, werden sie auch alle obigen Speisen, Essprodukte umbenennen, weil sie tierische Namen haben, aber kein Tier enthalten? Oder geht es ihnen darum, dass es zu viele Veganer, Vegetarier gibt und immer weniger Fleisch gegessen wird? Die Leute werden immer aufgeklärter und immer informierter. Kann es sein, dass viele Menschen darauf achten, was in den ganzen Lebensmitteln enthalten ist? Wollen sie nicht mehr all die vielen unsinnigen und teils gefährlichen Inhaltsstoffe im Fleisch akzeptieren? Kann es auch sein, dass viele der humanen Tötung in den Schlachthäusern nicht folgen wollen? Ob man soviel Nahrungsmittel verschwenden soll und wie weit eine Umweltbelastung durch Fleischkonsum stattfindet, kann man auch führen. Aber da sind sie einfach zu befangen in ihren Sachzwängen. Ich wünsche mir vom heiligen Lauschlöffel, weil ich mir nicht soviel gewünscht habe, einen neuen Agrarminister. Das würde reichen.